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Kronensicherung

Gerade große Alt- und Uraltbäume sind an vielen Standorten ortsbildprägend. Ihr Alter und die oben beschriebenen Einflussfaktoren erfordern oft baumpflegerische Maßnahmen, bei denen dann mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl zu arbeiten ist, um einerseits die erforderliche Verkehrssicherheit herzustellen und andererseits den Eingriff in den Baum möglichst gering zu halten.

Der rechtzeitige Austausch von Kronensicherungssystemen kann Altbäume langfristig erhalten. Dabei wird auch mit Kombinationen aus Stahl- und Textilsystemen gearbeitet.

In großen Altbäumen finden wir oftmals verschiedenste Kronensicherungssysteme aus unterschiedlichen Generationen der Baumpflege vor. Im Rahmen einer Sanierungmaßnahme müssen die vorhandenen Systeme auf Funktion, Schadhaftigkeit, Alter und ausreichende Bruchlast überprüft werden. Anschließend kann ein Konzept zur Sicherung der Krone erarbeitet und dann auch umgesetzt werden.

Baumumfeldverbesserung

Das Umfeld eines Baumes trägt in entscheidendem Maße zu dessen Gesundheit bei. So muss der Baum ausreichend Platz für die Krone haben, so dass er in der Lage ist über die Blätter Photosynthese zu betreiben und allen Baumteilen die entsprechenden dabei erzeugten Assimilate zur Verfügung zu stellen. Ebenfalls ist ein ausreichender Wurzelraum erforderlich, denn hier werden Wasser und Nährstoffe aufgenommen, die ebenfalls für Gesundheit und Wachstum des Baumes essentiell sind. Zudem benötigt der Baum in seinem Wurzelraum ausreichend unversiegelte, nicht verdichtete Fläche, damit der Sauerstoffgehalt im Boden ausreichend ist und die Wasser- und Nährstoffaufnahme auch komplett umgesetzt werden kann.

Der Boden braucht also einen guten Wasser- und Lufthaushalt und ebenfalls eine ausreichende Nährstoffverfügbarkeit.

Bei einem Verdacht auf Nährstoffmängel, Wassermangel, Bodenverdichtung, Bodenversiegelung oder eventuelle Einbringung von Schadstoffen, muss zunächst eine Analyse der vorhandenen Situation vorgenommen werden. Eventuell mit einer ausführlichen Darstellung der entsprechenden Faktoren anhand vor Laborergebnissen einer Bodenprobe.

Daran anschließend kann bedarfsgerecht ein Konzept zur Optimierung der Situation erarbeitet und dieses dann umgesetzt werden.

Es können beispielsweise Flächen entsiegelt, eine Bodenbelüftung vorgenommen, Nährstoffe auf Vorrat und Bodenhilfsstoffe eingebracht oder eine Mykorhizza-Impfung vorgenommen werden. So wird der Baumstandort optimiert und die Versorgungssituation des Baumes kann erheblich verbessert und der Baum somit revitalisiert werden.

Sanierung von Sturmschäden

Starkwindereignisse können oftmals fatale Folgen für die Statik von Baumkronen haben. Äste oder ganze Stämmlinge können anbrechen oder ganz abbrechen und bleiben teilweise in der Krone liegen, beziehungsweise verursachen beim herabstürzen weitere Schäden.

Zuerst muss nach einem solchen Ereignis der Schaden am Baum reguliert werden, also liegende oder hängende Baumteile sicher zu Boden gebracht werden. Zusätzlich werden Baumkronen oft derart destabilisiert, dass weitere Schnittmaßnahmen notwendig werden. Die vormals geschlossene Baumkrone hat ein Loch bekommen und andere Teile müssen angepasst werden, um weitere Ausbrüche zu verhindern. Oder ein Ausbruch hat einen derartigen Schaden am Stamm hinterlassen, dass noch stehende Kronenteile eingekürzt werden müssen, um die Bruchgefahr des schadhaften Teils zu reduzieren. Dies sind oftmals komplexe Sondermaßnahmen mit unübersichtlichen Situationen, die ein besonnenes Handeln von Fachleuten erfordern. Nur so können schließlich die bestehende Gefahr beseitigt und zukünftige potentielle reduziert werden.

Wenn nach einem Sturm der Verdacht auf einen Schaden am Baum vorliegt, sollte die Verkehrssicherheit von Fachleuten geprüft werden.

Verbolzung

Eine Verbolzung ist eine Sondermaßnahme der Kronensicherung, die nur in sehr speziellen Situationen durchgeführt wird. Denn dafür muss durch den Baum gebohrt werden und verletzende Maßnahmen dürfen nur ultima ratio sein, wenn ein Baum nicht mehr anders zu sichern ist. Dies ist bei angerissenenen oder Aufgerissenen Stammköpfen oder Stämmlingsverbindungen der Fall. Je nach Ausmaß des Schadens und Durchmesser des Baumes wird in einer oder mehreren Ebenen gebohrt. Anschließend werden Stahlgewindestangen in die Bohrungen geschoben und mit Unterlegscheiben und Muttern fest verschraubt. Damit wird eine weitere Bewegung der Schadensstelle verhindert, so dass der Baum die Möglichkeit bekommt, den Schaden selbst durch Überwallung zu stabilisieren. Dies wäre ohne eine Verbolzung oftmals nicht möglich, da ständige kleine Bewegungen den Riss immer wieder öffnen würden.

Zu einer Verbolzung kommen meist noch weitere Maßnahmen der Baumsanierung, da die Krone oberhalb mittels Kronensicherung in ihrem Schwingungsraum begrenzt werden muss, um die Bewegung, die von oben auf den Schaden wirkt, zu reduzieren. Aus demselben Grund wird meist noch eine Schnittmaßnahme ausgeführt, da so die Segelfläche des Baumes und somit die Windlast, die auf die Schadstelle wirkt, reduziert werden kann.